Karneval in Rio

oder São Paulo oder sonst wo interessiert mich wenig, ich bin als Berliner geboren und aufgewachsen und wohl immun gegen fröhliche Ausgelassenheit auf Befehl, wie man sie in Köln, Düsseldorf oder Mainz antrifft. Der Straßenkarneval in São Paulo ist nicht nur in meinen Augen eine Zumutung, wenn er mit der Sperrung der Av. 23 de Maio, der wichtigsten Achse der Stadt, verbunden ist und u.a. viele Patienten in den naheliegenden Krankenhäusern unerwünschtem Lärm aussetzt. Aber ich will nicht der Rufer in der Wüste gegen den Karneval sein, wenn ich und andere, die so denken wie ich, nicht gestört werden, können die Karnevalisten von mir aus feiern, so lange und wo sie wollen. Aber es wäre trotzdem gut, diese geballte Energie auf die Lösung der Probleme Brasiliens angewandt zu sehen.

Der Karneval in Rio ist vor allem Geschäft, früher (nur früher?) von Kriminellen der verbotenen Glücksspiel-Szene  unterstützt, und Beruhigung für das „Volk“ nach dem Motto Panem et Circenses der alten Römer. Die kostenlose Verteilung während der Karnevalstage von 3.000.000 Präservativen für Männer, 200.000 für Frauen und 400.000 Einheiten Gleitgel für diese und weitere Geschlechter in Rio de Janeiro durch die coordenaria especial da diversidade sexual und 4.000.000 Präservative für Männer durch die secretaria municipal de saude unterstreicht dies. Der diesjährige Karneval in Rio war u.a. auch Schauplatz gesetzwidriger Übergriffe, die in Schießereien mit Schnellfeuergewehren und Plünderungen von Supermärkten ausuferten und nicht nur die cidade maravilhosa betrafen, sondern u.a. auch Angra dos Reis und Paratí. Die Bundesstraße zwischen Santos und Rio musste schon vor dem eigentlichen Beginn des Karnevals wegen Schießereien zwischen Polizei und Banditen und Banditen unter sich gesperrt werden.

Präsident Temer hat endlich und richtig reagiert und heute die Sicherheit von Rio de Janeiro unter Bundesaufsicht gestellt. Die Intervention bedeutet, dass ein Heeresgeneral ab sofort die Zivil- und Militärpolizei Rios befehligen wird. Sie bedeutet aber auch, weil während einer Bundesintervention in einem Bundesstaat Brasiliens keine Verfassungsänderung stattfinden darf, dass nicht wie vorgesehen Ende des Monats über die Reform der Sozialversicherung abgestimmt werden kann. Was dem Präsidenten, der noch nicht die erforderlichen Stimmen im Parlament hinter sich hat, in die Hände spielt. Muss man jetzt sagen, man merkt die Absicht und ist verstimmt? Ich weiß es nicht, weil die Sicherheitssituation in Brasilien wirklich aus dem Ruder gelaufen und eine Intervention mehr als angebracht ist. Denn weite Teile Rios sind heute schon regierungsfreie Zonen, in denen Rauschgifthändler den Ton angeben und die Polizei keine Gewalt mehr ausüben kann.

Nebenbei bemerkt, an diesem Wochenende endet die Sommerzeit in Brasilien und der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt dann 4 anstelle 3 Stunden. Wenn bloß die Zeit das einzige wäre, mit dem Brasilien Deutschland hinterherhinkt!

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VIVO? Nein, MORTO! Also tot!

Jetzt bin ich seit fast drei Wochen ohne Internet zuhause. Gestern kontrollierte ich die Straße, in der die Glasfaserkabel unterbrochen wurden und fand diese Situation:

Heute morgen fuhr ich wieder durch die Straße und erwartungsgemäß war kein VIVO-Wagen zu sehen und die Situation auf der Straße und bei mir zuhause ist unverändert. Ein Anruf bei VIVO brachte die große Erkenntnis, dass man bei VIVO nichts wisse und man sich informieren würde, wir sollten doch bitte in drei Stunden wieder anrufen.

Das Auto von VIVO auf dem Foto stand gestern vormittag in der Straße, aber der Techniker füllte wohl gerade ein Formular aus, als ich vorbeifuhr. Das ist ja auch wichtiger als eine Reparatur, Bürokratie geht vor!

Das kommt davon, wenn eine Firma, die sich VIVO nennt, aber so tot ist, dass man es schon riechen kann, ein Monopol hat. Ich zahle brav die Gebühren für 100 Mbps, und erhalte im Gegenzug 0 Mbps, ein tolles Geschäft – für VIVO.

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VIVO ist bei mir zuhause tot

VIVO macht viel Reklame in Brasilien, heute erschien dies links gezeigte ganzseitige Anzeige im O ESTADO DE SÃO PAULO.

Ich bin VIVO-Kunde und habe gestern diese Beschwerde an die Rubrik „São Paulo beschwert sich“ des  O ESTADO DE SÃO PAULO geschickt:

Prezados,


a VIVO trocou duas vezes meu modem porque os contratados 100 Mbps nunca chegaram na minha casa, somente a metade e com muita oscilação da velocidade. Faz mais ou menos duas semanas que a Eletropaulo começou de trocar postes na minha região de Interlagos. Conforme Vivo os cabos de fibra ótica foram interrompidas pela Eletropaulo e a Vivo prometeu que o sinal iria voltar no dia da minha primeira reclamação às 20:00. 

Hoje já estou desde 8 dias estou sem internet. A Vivo disse que os cabos já forma religados e programou a visita dum técnica na minha casa para verificar porque ainda não tenho nenhum sinal no meu modem. Fiquei três dias esperando e o técnico não apareceu no período programado. Hoje o técnico deveria ter feito o serviço antes de meio dia, agora às 16:30 não apareceu ainda. Reclamações telefônicas tem como resposta „não sabemos onde está o técnico, está a caminho, está na sua rua terminando um atendimento e logo depois fará o seu…“ E eu, que dependo profissionalmente da internet estou esperando o dia todo em casa em vez de trabalhar no meu escritório. 

Vou fazer uma reclamação no PROCON, más sei que não adianta nada, a Vivo está pouco se lixando. Agradeço sua intervenção.

Die angekündigte Beschwerde an die Verbraucherschutzbehörde wurde auch an die Aufsichtsbehörde ANATEL geschickt. Hoffentlich hilft es, denn heute bin ich zuhause bereits seit 9 Tagen ohne Internet, weil mein Glasfaserkabel wahrscheinlich von der Elektropaulo beim Ersetzen von Strommasten gekappt wurde. Das kann passieren; was nicht passieren sollte, ist die Inkompetenz oder Böswilligkeit von VIVO, mir dreimal den Besuch eines Technikers zuzusagen, der nie kam, und so zu tun, als ob das Problem auf der Straße beseitigt sei und man nur bei mir im Haus am Modem etwas tun müsse. Heute war man so vorsichtig, den Besuch des Technikers nicht zu planen, weil man nicht wüßte, wann das Glasfaserkabel wieder funktionieren würde. Wobei die kompetenten Mitarbeiter noch sagten, dass Glasfaserkabel sei durch einen Kurzschluss durchgebrannt. Das sind ja ungeahnte neue Eigenschaften des Laserlichtes, welches zur Informationsübertragung verwendet wird!

Übrigens kann ich im Haus weder 3G noch 4G via VIVO auf meinem Mobiltelefon empfangen und nur sporadisch telefonieren, weil das Feld so schwach ist. Das war, als ich aus diesem Grund von TIM zu VIVO wechselte, anders. Kein Wunder, dass die Mobiltelefongesellschaften Weltmeister im Sammeln von Beschwerden sind.

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Eurolatina auf der FEIMEC 2018

Vom 24. bis 28. April 2018 können Sie uns auf der Internationalen Maschinen- und Anlagenmesse FEIMEC besuchen, die in São Paulo auf dem Messegelände an der Rodovia dos Imigrantes am Kilometer 1,5 stattfindet. Für eine englische Beschreibung der Messe klicken Sie in LINK. EUROLATINA zeigt auf der Messe u.a. Produkte und Dienstleistungen von AMS-NIPPON RIKA, BWG, B&W, FLOTTWEG, FUHR, INP, MST, RUF und SWB. Besucher und Aussteller aus dem Ausland können auf dem Stand auch über etwaige Wünsche nach Vertretung durch uns oder über andere EUROLATINA – Dienstleistungen wie Vertriebspartnervermittlung, Firmengründung, -aufbau und -verwaltung oder über operative Unterstützung bestehender Niederlassungen in Brasilien sprechen.
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Während in Deutschland Winter herrscht, fliegen bei uns die Kolibris

Und niemand – von einigen Fanatikern oder unmittelbar Betroffenen abgesehen – interessiert sich für Lula und seine Verurteilung in zweiter Instanz. Die nächsten Schlagzeilen über ihn lesen wir dann, wenn er seine Gefängnisstrafe angetreten hat.

Das war die Schlagzeile heute dazu:

Lulas Meinung dazu?
„Ich habe keinen Grund, diese Entscheidung zu respektieren“, sagt Lula über die Verurteilung
Gerichtsurteile sind für unsere Linken nur gültig, wenn sie in ihrem Sinne ausfallen.
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Artikel über EUROLATINA in der Revista do Aço # 26 von 2018

Dieses Interview mit mir wurde heute veröffentlicht und beschreibt die aktuellen Probleme beim Vertrieb von Maschinen- und Anlagen in Brasilien, vor allem von importierten Hochtechnologieprodukten, die besonders von den hohen Zinsen bei lokaler Finanzierung und vom starken Euro und den hohen Abgaben, Zöllen und Steuern in Brasilien für Importe betroffen sind.


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Beim Anlagenbau versuchen einige unserer Kunden, die Schwierigkeiten zu umgehen, in dem sie uns bitten, ein Projekt in lokale und importierte Komponenten zu splitten. Die von uns vertretene Firma entwirft die Anlage, kauft oder stellt die nötigen Komponenten her mit Ausnahme der in Brasilien direkt vom Kunden gekauften, die nicht in unserem Lieferumfang enthalten sind. In Deutschland wird dann eine Teilmontage vorgenommen und die Endmontage mit den vom Kunden gestellten Komponenten geschieht dann durch den deutschen Lieferanten zusammen mit uns in Brasilien. Dieses Vorgehen hat aber große Nachteile und wird nicht von uns empfohlen, denn der deutsche Lieferant kann keine Garantie für nicht von ihm gekaufte Komponenten geben, die Verfügbarkeit dieser Komponenten zum Montagezeitpunkt und ihre Konformität mit den Vorgaben ist nicht immer gegeben, eine Zollreduzierung per ex tariff ist nicht möglich, oft sind die lokal in Brasilien hergestellten Komponenten teurer als die importierten und, mit am wichtigsten, der Lieferant kann vor Verschiffung die Anlage nicht in Deutschland testen, weil sie nicht komplett ist.

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EUROLATINA-Nachrichten vom Jahresende 2017 erschienen

Das neues Mitteilungsblatt kann ab sofort heruntergeladen werden! Sie können darin über meinen neuen Partner Holger Sax lesen, der so neu gar nicht ist, weil er schon mein Partner bei AMS – NIPPON RIKA DO BRASIL ist, aber eben, und das ist neu, jetzt auch bei EUROLATINA.

Außerdem finden Sie eine Darstellung der Lage Brasiliens zum Jahresende. Einen ausführlichen Bericht zur Lage werde ich Anfang nächsten Jahres schreiben, wenn die Daten von Brasiliens Volkswirtschaft für 2017 vollständig bekannt sind. Rechnen Sie nicht vor Anfang Februar damit.

2018 wird ein interessantes Jahr werden. Hoffen wir, das der Aufschwung nicht durch die Tatsache gebremst wird, dass es ein Wahljahr ist. Und wünschen wir den brasilianischen Wählern und uns, dass sie schlauer als die deutschen sind und für eindeutige Verhältnisse sorgen.

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Schlagzeilen aus „Valor International“ vom 20.12.2017

Supreme Court ends the year with unexpected decisions

Rulings deal with forced testimonies, immunity and defenses of Paulo Maluf and Luiz Inácio Lula da Silva

Economy will be central issue for presidential elections

Doubt is whether voter will compare recovery of 2018 with recession of the Rousseff years or growth of the Lula period

Cargill finally arrives in North Arch

Agribusiness giant is the latest arrival to new export route, vowing to spend at least R$700m on bulk-grain terminal in the Amazon

Brasília to cut spending again as fiscal measures stall in Congress

14 hours and 3 minutes ago
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Brasilien, ein tropisches Paradies?

Weit gefehlt, muss ich leider schreiben, obwohl es nicht an Palmenstränden und Sonne mangelt. Aber warum sind in einem solchen Paradies 726.000 Menschen in Justizstrafanstalten weggeschlossen? Nur in den USA mit über 2 Mio. Strafgefangenen und China mit mehr als 1,6 Mio. sind es mehr. Aber diese Länder haben auch mehr Einwohner! Das brasilianische Justizministerium veröffentlichte jetzt die Entwicklung seit 1990 (in hunderttausend Strafgefangenen):
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Die rasante Zunahme der absoluten Zahlen ist erschrecken. Aber auch die relativen sind alles andere als gut, 2014 verbüßten 299,7 von 100.000 Personen in Brasilien eine Haftstrafe, im Dezember 2015 waren es schon 342. Das Land steht damit an vierter Stelle auf dieser traurigen Liste, die von den USA mit 666, Russland mit 448 und Thailand mit 445 angeführt wird. Mit einer Besserung der Häftlinge nach ihrer Entlassung ist nicht zu rechnen, dazu haben sie in den überfüllten Strafanstalten keine Veranlassung gehabt – im Mittel sind 48 Gefangene auf dem Platz für 10 „untergebracht“.

Zu diesen Zahlen passt, dass Brasilien absolut gesehen die meisten gewaltsamen Todesfälle auf unserem Planeten vermelden kann, letztes Jahr waren es 70.200! Das sind 12,5% aller gewaltsamen Todesfälle auf der ganzen Erde gewesen, Kriegsgebiete eingeschlossen. Damit ist Brasilien gefährlicher als Indien, Syrien, Nigeria und Venezuela. Auf unserem schönen blauen Planeten wird jede Minute ein Mensch umgebracht. Pro hunderttausend Einwohner führt Syrien die Liste der Morde an, gefolgt von El Salvador (Der Retter!!!), Venezuela, Honduras und Afghanistan. 2015 waren es ca. 26 Mordopfer por 100.000 Einwohner in Brasilien, im Jahr darauf bereits 30. Der  planetarische Durchschnitt liegt bei 7,5 mit sinkender Tendenz, bei uns ist sie steigend. Als Trost mag uns gereichen, dass 2015 São Paulo trotz seiner Größe nur 8,73 Morde pro hunderttausend Einwohner vermeldet:
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Zum Vergleich, die Mordrate in Alagoas lag 2014 bei 61,9 Morden pro hunderttausend Einwohner. Die Sicherheitsindustrie dankt. Und der Gouverneur von São Paulo, Alckmin, kann sich auf die Schulter klopfen. Seine Polizisten natürlich auch.

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International Business Development