Die Münze hat's ja

Wer Münzen prägt, der meint offenbar, dass Geld leicht zugänglich sei. Die brasilianische CASA DA MOEDA, die auf der Regierungsliste der zu privatisierenden Staatsbetriebe steht, hat so viel Geld, dass man 8 Mio. R$ jährlich für die Struktur eines kleinen Krankenhauses ausgeben kann. Dafür unterhält man 22 Ärzte, 11 Physiotherapeuten, 1 medizinischen Masseur, 2 Zahnärzte, 2 Psychologen, 1 Ernährungswissenschaftlerin, 1 Apotheker, 9 Krankenpfleger, 3 Krankenpflegetechniker, 5 Empfangsdamen und 7 Fahrer exklusiv für die 2.700 Mitarbeiter der Münze. Angefangen hat diese Verschwendung unter Dilma, dabei – so sagte der Präsident der Münze, Alexandre Cabal – sollte eigentlich nur Krankenstation für ambulante Behandlung eingerichtet werden. Damit leistet man sich im maroden Rio de Janeiro einen Arzt pro 122 Mitarbeiter – zum Vergleich, die Abgeordnetenkammer hat einen Arzt pro 328 Mitarbeiter. Eine Notfallambulanz könnte mit 2 Ärzten auskommen, aber wir haben’s ja. Dass Alexandre Cabral dieser Missstand auffiel, ist zu begrüßen, hoffentlich kann er ihn auch abstellen. Immerhin hat er bereits 3 Oberaufsichten (superintendências)  und 99 Stabsstellen (funções comissionadas) abgeschafft und damit 14 Mio. R$ pro Jahr gespart.

Und noch ein Vergleich; in Stuttgart werden 38% aller Umlaufmünzen in Deutschland mit 63 Mitarbeitern geprägt, für 100% wären es hochgerechnet 166 Mitarbeiter. 64 Mitarbeiter hat allein die „Notfallambulanz“ der Münze in Rio.

Aber Dilma warnt angesichts der Pläne der Regierung vor einer Privatisierung – kein Wunder, dass wir dort sind, wo wir sind! Ihre Inkompetenz ist kaum zu überbieten. Aber es gibt durchaus Leute, die sich darum bemühen. Meist schwenken sie rote Fahnen, wenn sie anderen ihre Meinung aufdrücken wollen.

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