Stahlindustrie Brasiliens unter Druck

Das dritte Quartal 2014 wurde von CSN mit einem Verlust von 250,4 Mio. R$ nach einem Gewinn von 503 Mio. R$ im Vorjahresvergleichszeitraum abgeschlossen. Auch die Konkurrenten Usiminas und Gerdau litten unter dem Nachfragerückgang im Inland, dazu mussten durch den schwachen Real mehr Mittel zur Bedienung von Fremdwährungsschulden aufgebracht werden, ausserdem erbrachten die Erzaktivitäten weniger Erlös durch den anhaltenden Preisrückgang.
Der Absatz von CSN ging im dritten Quartal 2014 im Vergleich mit dem des Vorjahres um 17 % zurück, der Umsatz reduzierte sich um den gleichen Betrag. Für das vierte Quartal erwartet CSN stabile Preise, wegen der Prognose eines Dollarkurses von R$ 2,75 im nächsten Jahr werden diese aber wahrscheinlich 2015 angehoben werden können. Bereits bei einem Dollarkurs von R$ 2,40 bis R$ 2,60 ist der Import von Stahl unwirtschaftlich.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebitda) ging um 40 % gegenüber 2013 auf 977 Mio. R$ zurück; im Erzbereich war der Rückgang mit 77 % auf 203 Mio. R$ sogar noch akzentuierter. Der Anteil an der cash – Generierung durch die Erzaktivitäten ging dadurch von über 50 % auf weniger als 20 % zurück. Am Ende des dritten Quartals betrug der Eisenerzpreis US$ 77,75 pro Tonne, Anfang 2014 waren es noch US$ 134,50 gewesen, der Preis gab also um 42 % nach.
Die Nettoverschuldung der CSN beträgt 17,6 Mrd. R$, deshalb wird man wahrscheinlich einige Investitionen hinausschieben müssen und nur die realisiseren, die die Rentabilität des Unternehmens verbessern. Dazu will man Kosten senken und bestehende Verträge revidieren.
Zur Zeit ist ein Kommittee von Managern der asiatischen Teilhaber der Erzdivision NAMISA in São Paulo, um die Pläne von CSN, diese Division mit ihrer Grube CASA DE PEDRA in Minas Gerais zu fusionieren. CSN hält 60 % an NAMISA, der Rest liegt beim japanischen Trader Itochu, den japanischen Stahlwerken JFE Steel, Kobe und Nisshin Steel, der südkoreanischen Posco und der taiwanesischen China Steel.
Usiminas hatte es geschafft, ein Jahr lang in der Gewinnzone zu bleiben, erlitt aber im dritten Quartal 2014 einen Verlust von 24,4 Mio. R$ nach eine Gewinn von 114,6 Mio. R$ im Vorjahresvergleichszeitraum. Im dritten Quartal des kaufenden Jahres betrug der Absatz von Usiminas 1,4 Mio. to Stahl; 10,5 % weniger als im gleichen Quartal 2013. Die Inlandsverkäufe machen z.Z. 76 % bei Usiminas aus, vor einem Jahr waren es noch 93 %. Die von der Regierung schöngeredete Rezession erzwang die Hinwendung zum Export, obwohl der Binnenmarkt lukrativer ist. Im Gegensatz zur Krise von 2009 wil man aber keinen Hochofen zur Reduzierung der Produktion stilllegen. Der seit Ende September 2014 amtierende Präsident der Usiminas, Rômel Erwin, betonte, dass man sich auf die Steigerung von Effizienz, Qualität und Mengen konzentrieren werde. 
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