Man kann ein Land auch Schlechtreden

Und ich gehöre ja selbst zu denen, die Brasilien durchaus kritisch betrachten, insbesondere seine aktuelle Regierung. Das heisst aber nicht, dass ich das große Potential Brasiliens verkenne oder die Meinung vertrete, dass Brasilien eine glänzende Zukunft, aber eine triste Gegenwart habe. Nein, die Gegenwart ist durchaus – punktuell – auch glänzend und man könnte ihr zu noch viel mehr Glanz verhelfen, wenn unsere Politiker mehr als Staatsmänner und weniger als Raffkes agieren würden.

Wo es Probleme gibt, gibt es Lösungen. Man nehme als Beispiel die Krise zwischen der Cosan-Gruppe und ALL – América Latina Logística. Am 11. und 25.1. hatte ich darüber geschrieben und jetzt wird bekannt, dass RUMO die ALL inkorporieren und das neue Unternehmen multimodal arbeiten wird mit in Brasilien wenig oder gar nicht praktizierter Integration von Schiene, Strasse und Seehafen.

Es gibt weitere Beispiele für Erfolge, über die wenig gesprochen wird – Schimpfen auf die schlechten Verhältnisse ist einfacher. Usiminas hat im ersten Halbjahr 2013 noch rote Zahlen geschrieben, dann aber die Kurve gekriegt. 2012 musste man noch einen Verlust von 598 Mio. R$ ausweisen, 2013 wurde trotz des schlechten Starts aber ein Gewinn von 17 Mio. R$ erzielt. Nicht viel, aber immerhin, nach dem Verlust!

Und selbst die vielgescholtene CSA, die ThyssenKrupp eigentlich verkaufen wollte, arbeitet schon mit 80 % Kapazitätsauslastung und befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Auch Toyota glaubt an Brasilien und baut ein Motorenwerk in Porto Feliz im Bundesstaat São Paulo. 19 Zulieferer sollen in der Nähe angesiedelt werden, damit dass berühmte Just in Time – Prinzip praktiziert werden kann. Eine Milliarde R$ lässt sich Toyota das neue Werk kosten, dessen Grundstein gestern gelegt wurde. Ab 2016 werden dort 700 Mitarbeiter 200.000 Motoren jährlich fabrizieren.

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